Fabian Lehretz Sensei

Fabian Lehretz Sensei

Wie ich zum Aikido kam …

Meine ersten Eindrücke und der Weg zum Takemusu Aikido

Meine ersten Erfahrungen mit japanischen Kampfkünsten machte ich schon sehr früh. Durch meine Schwester, die zu dieser Zeit Ju-Jutsu lernte, kam ich im Alter von acht Jahren zum Judo, dass ich auch mehrere Jahre unter Karl-Heinz Zehn trainierte.

Auf Aikido wurde ich das erste Mal bei einer Budo-Vorführung im Fernsehen aufmerksam. Mich beeindruckte die scheinbare Leichtigkeit, mit der die Angreifer überwältigt wurden. Alles sah irgendwie harmonisch und rund aus. Aufgrund dieser Vorführung kaufte ich mir ein Buch zu diesem Thema. Der Autor dieses Buches (AIKIDO – Lehren und Techniken des harmonischen Weges) war Rolf Brand, ein Schüler von André Nocquet. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts über die unterschiedlichen Stilrichtungen und Ausprägungen innerhalb dieser Kampfkunst.

In den darauf folgenden Jahren wurde ich auf eine Aikidogruppe in einem Fitnessstudio in Marktredwitz aufmerksam, konnte mich aber nicht dazu durchringen an dem Training teilzunehmen. Eines Tages kam meine Mutter mit einem Zeitungsartikel auf mich zu. Ein mir schon aus der Vergangenheit bekannter Aikidolehrer namens Christian Büttner eröffnete ein Kampfkunstdojo im traditionell japanischen Stil nur fünfzig Meter von meiner Haustüre entfernt! Schon beim Durchlesen dieses Artikels hatte ich das Telefon in der Hand und meldete mich zu einem Anfängerkurs an.

Das erste Training

Als ich wenige Wochen später das Takemusu – Aikido Dojo das erste Mal betrat, war ich mehr als unsicher ob diese Art von Kampfkunst die Richtige für mich sei. Schon die riesige Anschrift an der Eingangstüre „Dies ist eine traditionelle Aikidoschule – Bitte Schuhe ausziehen!“ und der Duft von gefühlten zweihundert Räucherstäbchen schreckten mich gehörig ab. Die anderen Mitglieder des Anfängerkurses waren allesamt älter als ich und ihre alternative Art trug auch nicht unbedingt zu meinem Wohlbefinden bei. Nach ein paar Rollen und vielen japanischen Begriffen war ich aber trotzdem davon überzeugt, wenigstens den Anfängerkurs durchstehen zu können. Die Initialzündung für die darauf folgenden Jahre war aber eindeutig der zweite Abend des Anfängerkurses. Nach dem Training ging ich auf den zuständigen Sempai zu um mir noch ein paar Techniken genauer erklären zu lassen. Er nahm sich die Zeit und trainierte noch eine weitere Stunde mit mir, obwohl alle anderen Schüler schon längst heimgegangen waren. Nach dieser „Nachhilfestunde“ setzten wir uns im Vorraum noch zusammen und unterhielten uns bei (nicht nur) einem Weißbier, über Techniken, Entwicklung und den verschiedenen Stilrichtungen im Aikido bis um zwei Uhr Nachts.

Gesammelte Erfahrungen

Nach diesem Abend hatte mich der Aikido-Virus fest im Griff. Durch die unmittelbare Nähe des Dojos zu meinem Wohnort war es mir möglich, auch wenn ich noch nicht am Fortgeschrittenentraining teilnehmen konnte, öfter bei diesem zuzusehen.

Gerade im Anfängerstadium scheint Aikido sehr statisch abzulaufen, das ständige Kihon-Training vermittelt einem nicht unbedingt den Eindruck, auch auf realitätsnahe Angriffe reagieren zu können. Gerade weil einem Anfänger der Selbstverteidigungsfaktor sehr wichtig ist.

Durch das viele Zusehen und auch die Gespräche und Erklärungen von Sensei Christian, war mir schnell bewusst, dass Kihon nicht das eigentliche Takemusu Aikido ist. Deswegen kann ich nur jedem Neuling empfehlen, nicht aufgrund eines falschen Eindrucks, vorschnell mit dem Aikido aufzuhören, nur weil man in den Anfängerkursen noch sehr realitätsfern angegriffen oder festgehalten wird.

Meine Erfahrung aus nicht nur einer Konfliktsituation haben mir gezeigt, dass beim Takemusu Aikido (zumindest in unserem Dojo) Dinge unterrichtet werden, die sich dem Trainierenden vielleicht erst bei genauerem Hinsehen, als unglaublich Effektiv erweisen und sich einem nicht schon nach fünf Abenden Selbstverteidigungskurs erschließen.

Dank

Seitdem ich diese Schule betreten habe sind nun schon fünf Jahre vergangen. Bis jetzt habe ich noch nie das Gefühl gehabt, mich zum Training überwinden zu müssen. Viele der dort Trainierenden sind mittlerweilen zu guten bzw. besten Freunden geworden.

Mein Sensei Christian hat stets versucht mich zu fördern und zu motivieren. Durch seine guten Beziehungen und seiner offenen Art war es uns möglich auf mehreren internationalen Lehrgängen viele neue, interessante Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Tolle Erlebnisse bei Lehrgängen mit Kampfkunst-Koryphäen wie z.B. Dr. Paolo N. Corallini Shihan, Ulf Evenas Shihan, Bill Witt Shihan, Hiroshi Isoyama Shihan … haben wir letztendlich ihm zu verdanken! Dafür ein herzliches DOMO ARIGATO an meinen Sensei und Freund Christian!

Vielen Dank auch an meinen Lehrer, Trainingspartner und Freund Bernd, ohne dich wäre ich nie auch nur ansatzweise bis zu diesem Punkt gekommen! DOMO ARIGATO Sempai!

Ein herzliches Dankeschön auch an meinen Sempai Hubert und all die anderen Mitstreiter in unserem Aiki Dojo!