| Christan Sensei / Dojo Cho |
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There are no translations available. Wie alles begann…1978:
Im Jahr 1978 schickte mich meine Mutter im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal in das Aiki-Keiko (Training). Grund dafür war eigentlich eine kleine körperliche Auseinandersetzung bei einem Kindergeburtstag, die ich komischerweise noch heute in Erinnerung habe. Somit war der Grundstein für meinen Weg der Kampfkünste gelegt. Ich blieb ungefähr zwei Jahre innerhalb des Stiftland-Aikido beim DAB (Deutscher Aikidobund) und legte dort unter Fritz Kottmaier, damals 2. Dan, meine erste Graduierung ab. Im Alter von neun Jahren wechselte ich dann auf Grund familiärer Umstände den Wohnort nach Oberbayern. Dort trainierte ich regelmäßig Judo und Ju-Jutsu im TSV Traunstein. Einblick in das Judo und Ju-Jutsu – die Achziger Jahre:Mit zwölf Jahren kam ich zurück in meine Heimat und trainierte von da an Judo / Ju-Jutsu im JC Marktredwitz unter Karl-Heinz Zehn (2. Dan Judo) und Helmut Neugebauer (3. Dan Judo) im DJB (Deutscher Judo Bund). Da das Judotraining sehr stark auf sportlichen Wettkampf ausgelegt ist, blieb mir irgendwann nichts anderes mehr übrig als „zu kämpfen“. Das beste Abschneiden war der dritte Platz bei der Oberfränkischen Meisterschaft 1984. Ich fand daran keine besondere Begeisterung und konzentrierte mich immer mehr auf das realitätsnahe Ju-Jutsu; wahrscheinlich hing das auch mit dem Zeitalter der Pubertät zusammen. In beiden Kampfsportarten legte ich Kyu- (Schüler-) Prüfungen ab. Der Weg zurück in das Aiki und der Künste – die Achziger und Neunziger Jahre:In den achtziger Jahren kam ich zurück in die Welt des Aiki, zuerst aber in eine sehr indifferente Form einer Bewegungslehre des Aiki (Stiftland Aikido), die mit der eigentlich Ausrichtung einer traditionellen Form eher nichts zu tun hatte, sondern eine eigenständige Lehrform darstellte. Dort gelangte ich bis zum dojointernen dritten Kyu. Im Jahr 1987 sah ich zum ersten Mal meinen damaligen Lehrer Edmund Kern (8. Dan Kyoshi), der das Takemusu Aikido demonstrierte. Die einzige Möglichkeit, um diesen traditionellen Stil zu lernen und zu üben war mit meinem Freund Herman Zettl Sensei (4. Dan Aikikai). Wir trainierten dann eigentlich eine Art Mischform aus dem Stiftland-Aikido und dem Takemusu Aikido. Das trad. Aikido – Takemusu Aikido:Immer mehr zog es mich zum traditionellen Aikido. Ich war dann ab ca. 1989 auf jedem trad. Lehrgang vertreten. Fast jedes Wochenende war ich auf Reisen, verdiente mir durch Ferienarbeit immer ein bisschen Geld, um meine Ausbildung zu finanzieren. Zusätzlich fungierte ich als Simultanübersetzer auf vielen Lehrgängen und erhielt dadurch Seminare kostenlos. Einen sehr großen Beitrag zu meiner Entwicklung im trad. Aikido hatte mein langjähriger Lehrer Edmund Kern; ich war damals der Einzige in seinem Dojo in Fürth / Bayern, der an einem Abend zwei der schwierigsten Prüfungen innerhalb der Schülergrade, den zweiten und ersten Kyu mit einer Dauer von ca. eineinhalb Stunden ablegen durfte. Edmund Sensei erkannte mir damals meine Graduierungen aus dem Stiftland-Aikido Tirschenreuth an, was keine Selbstverständlichkeit darstellte, da er ein wahrer Lehrer des trad. Weges ist. So oft ich konnte, war ich bei meinem Sensei in Fürth, wir schauten Aiki-Videos, tranken Tee und philosophierten über so vieles. Ich schlief in seinem Büro, bewunderte voller Ehrfurcht seine gewaltige Bücherei in Sachen Kampfsport und der Künste. Seine Einstellung, das ganze Leben der Kunst zu widmen, bewunderte ich sehr und tue es auch heute noch. Es war eine unvergessliche Zeit, die ich nie missen möchte. Besonders die Seminare in Waldwinkel werden mir immer in Erinnerung bleiben. Ich trainierte weiter und weiter, war auf vielen Seminaren, tingelte durch die Welt und habe nahezu unter allen bekannten Lehrern des trad. Aiki trainiert. Eine besondere Freundschaft verband mich auch zu Patricia Guerri Sensei (6. Dan Takemusu Aiki Bukikai), bei der ich als Hausschüler in Frankreich öfters zu Besuch war. Mit 23 Jahren nach Japan:Im Jahr 1995 hatte ich die einzigartige Möglichkeit für eine längere Zeit als Uchi-Deshi (Hausschüler) in der Begründerschule in Iwama / Japan unter Morihiro Saito Sensei (9. Dan Aikikai) zu trainieren, dem Mann, der sein ganzes Leben dem Aikidobegründer O-Sensei Morihei Ueshiba widmete. Das war damals meine wohl prägendste Zeit, denn ich bekam einen komplett anderen Einblick in die Welt des Aiki. Meine Einstellung auch zu dem, was man heute auf der Welt als Aikido bezeichnet, änderte sich immens. Um 5:00 Uhr aufstehen, putzen, kochen und immer für alles präsent sein, den berühmten siebten Sinn haben. Es würde ein Buch benötigen, um alle Eindrücke zu schildern. Dort traf ich dann meinen jetzigen Lehrer Dr. Paolo Corallini Sensei wieder, den ich bereits vorher auf einigen Seminaren besucht hatte. Mein weiterer Werdegang ab 1996 – Beginn des Wing Tsun Studiums – Seminare auf der ganzen Welt und bis heute:Im Jahr 1996 legte ich als jüngster Deutscher im trad. Aikido meine Prüfung zum ersten Dan ab (Shodan) und von da an ging es immer weiter. Anfang 1997 begann ich kurz vor Ende meines BWL-Studiums mit meiner zweiten Kunst, dem Wing Tsun, einer chinesischen Kunst, die mich schon immer faszinierte, in der ich heute auch als Assistenzlehrer meinen Sihing / Sifu Michael Stopp (3 TG) unterstütze und auch mit Leidenschaft trainiere. (www.das-wt.de). Danke, lieber Sifu! (www.wt-action.de). Zwei Jahre später, im Jahre 1998 legte ich meine Prüfung zum zweiten Dan ab (Nidan). Eine große Ehre wurde mir zu Teil, als diese Graduierung durch das japanische Kaiserhaus von der Kokusai Budoin Renmei eingetragen wurde. Im Jahr 2002 starb Morihiro Saito Sensei und ich begann mich neu zu orientieren. Dieser Weg war dann – auf Grund wichtiger zukunftsorientierter Entscheidungen auch für meine Schüler – klar vorgezeichnet und ich trennte mich nach langen Überlegungen von meinem Lehrer Edmund Kern. Edmund Sensei, ich danke Dir an dieser Stelle für alles und das meine ich auch so wie ich es schreibe, auch wenn unser Kontakt nahezu abgebrochen ist. Ich behalte Dich immer im Herzen. DOMO ARIGATO GOSHAIMASU ! Freund, Lehrer und Mentor, Dr. Paolo N. Corallini Shihan (6. Dan Aikikai / 7. Dan Takemusu Aikido):Ich stand schon immer mit meinem Mentor Dr. Paolo N. Corallini in Kontakt; es entstand eine tiefe und enge Freundschaft, die ich hier an dieser Stelle nicht aufwiegen kann, sie ist nicht mit Worten zu beschreiben. Wir kennen uns nun seit über 16 Jahren. Ich habe mit ihm einen Sensei / Freund und Menschen gefunden, der auch außerhalb der Tatami (Matte) für mich persönlich das darstellt, was ich immer irgendwie gesucht hatte. Mein Lehrer führte mich in den Weltverband des Aikido, dem Aikikai Tokio, ein. Ich besuchte mit meinem Lehrer viele Seminare, hatte die Möglichkeit durch ihn an viele mir bis dahin verborgene Grundelemente zu gelangen, insbesondere kalligraphische Erklärungen und sog. Kuden. Alle persönlichen Momente, wie Einzeltraining in seinem Dojo in Osimo, das Leben bei einem Glas Wein an sich zu philosophieren sind Erfahrungen, die ich nie missen möchte. Sensei, ich drücke Dir an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank aus, DOMO ARIGATO GOSHAIMSU! Im Jahr 2005 erhielt ich durch meinen Mentor nach einer intensiven Prüfung und sieben Jahren Wartezeit auf einem Lehrgang in Marktredwitz den dritten Dan (Sandan) Aikikai. Sensei gab mir dadurch die Möglichkeit ein eigenes Dojo zu eröffnen, dass durch ihn auch persönlich in einer trad. japanischen Zeremonie eingeweiht wurde. Mit meinem Freund und Sempai Bernd Lindner (der erster Schüler, den ich zum ersten Dan ausbildete) sowie weiteren Deshis erfüllte ich mir einen Traum und eröffnete 2005 das erste trad. japanisch eingerichtete Dojo in Marktredwitz / Bayern. Im Jahr 2008 legte ich die sog. „letzte praktische Tai-Jutsu-Prüfung“ ab, den vierten Dan (Yondan) Aikikai und darf mich seitdem als Sensei bezeichnen. Auch innerhalb meiner weiteren Kunst dem Wing Tsun trainierte ich sehr intensiv und schaffte es mit der Hilfe meines Sihings / Sifu Michael Stopp (3 TG) zum Wing Tsun Lehrer in der EWTO (www.ewto.com), in der ich den zweiten Techniker / Lehrergrad und das Trainer 3 Zertifikat ablegte. Die Technikergrade sind wie Dangraduierungen in japanischen Systemen zu sehen. Weitere Lehrer und Freunde aus Vergangenheit und der Gegenwart:Während meiner gesamten bewegten Laufbahn habe ich sehr viele Lehrer kennengelernt und Freundschaften geschlossen: Ulf Evenas Shihan (6. Dan Aikikai / 7. Dan Takemusu Aikido) / Schweden, Bill Witt Shihan (6. Dan Aikikai), Silicon Valley – USA, Ute und Mark van Meerendonk Sensei (6. Dan Aikikai) Nidda - Deutschland , Nicki Schwierzock Sensei (6. Dan) / Erlangen – Deutschland, Pat Hendricks Sensei (5. Dan Aikikai) / Californien - USA, Wolfgang Baumgartner Sensei (6. Dan Aikikai) – Santa Fe / USA, Stephanie Belinda Yap Sensei (5. Dan Aikikai) – Florida / USA, Lewis Bernaldo de Quiros (6. Dan Aikikai) Holland, Ethan Monnot Weisgard (5. Dan Aikikai) - Dänemark Besonders möchte ich an dieser Stelle auch meine langjährigen Freunde und Weggefährten Frank v. Gompel (3. Dan Aikikai), Klaus Günther Sensei (4. Dan Aikikai), Frank Pott Sensei (4. Dan Aikikai), Robert Maier Sensei (5. Dan Aikikai), Kerstin Mayer Sensei (4. Dan Aikikai) sowie Herman Zettl Sensei (4. Dan Aikikai) und Birgid Eberhardt Sensei (4. Dan Aikikai) erwähnen. Ich drücke Euch hier meinen herzlichsten Dank aus. Auch möchte ich meine Freunde aus alten Fürther Zeiten nicht vergessen: Angela Fürst Sensei (5. Dan), Gerhard Fürst (2. Dan), Robert Kelm (3. Dan), Hjalmar Leander Weiß (3. Dan) und Hubert Donth Sensei (5. Dan). Im Wing Tsun möchte ich an dieser Stelle ganz besonders meinen Sihing / Sifu Michael Stopp (3. TG) erwähnen, meine Weggefährten Klaus Gerlach (1. TG), Udo Fikentscher (1. TG , Norbert Sauer (1. TG), Karl Schreyer (1. TG), meinen wirklichen Trainings / Kampfpartner Holger Schreuer (2. TG). Mein großer Dank gilt auch Dai-Sifu Thomas Schrön (7. PG), dem Cheftrainer der Trainerakademie der EWTO, der während meiner absolvierten TG-Wochen immer große Geduld zeigt. Und ganz besonders GM Keith R. Kernspecht (10 Grad MOC), dem Begründer der EWTO. Gedanken über die Kampfkünste, Konfliktsituationen, Multimedia und das Leben:Früher ging ich in das Dojo, um zu lernen, mich selbst zu verteidigen. Es war doch für uns alle, die Kampfkunst oder Kampfsport betreiben der Ausgangspunkt, die Verteidigung bzw. Schutz seines Körpers. Jeder sucht darin andere Elemente, harte oder weiche Formen, Wettkampf oder Kunst, Tradition und Philosophie. Dies stelle ich bei jeden Menschen fest, der das Dojo betritt. Manche suchen leider auch die Befriedigung Ihres Egos. Es ist für mich ironischer Weise immer faszinierend, in was für einer kurzen Zeit ein unglaublicher Werdegang innerhalb der Kampfkünste / Kampfsportes im Graduierungszirkel durchlaufen wird. Dies ist aber ein sehr sensibles Thema, von dem ich mich endgültig distanziert habe. Früher habe ich mich darüber maßlos geärgert. Betrachtet man das Grundelement einer möglichen Konfliktsituation, ist es bei entsprechender mentaler Einstellung sowie einer guten trainierten körperlichen Konstitution relativ schnell erlernbar, sich effizient zu verteidigen und sogar einen Menschen ernsthaft zu verletzen. Sei es nun durch einen kraftvollen Irimi-Nage aus der Kunst des Aiki oder einem peitschenden Faak-Sao aus der Kunst des Wing Tsun. Diese bedrohlichen Situationen des körperlichen Konfliktes werden so oft diskutiert, bis ins letzte Detail analysiert. Dies ist immens wichtig und unverzichtbar, denn die Konfliktsituation hat sich mit der Veränderung gesellschaftlicher Grundprinzipien eines sog. harmonischen Miteinanders komplett verändert, die sog. „Ellbogenmentalität“ ist offensichtlicher und so real wie nie zuvor. Und diese Ellbogenmentalität spiegelt sich in der brutalen Auseinandersetzung des Konfliktes wieder. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken ist das höchste Ziel der Künste die Bildung eines friedvollen Charakters, der Wiedererkennung von Loyalität und Freundschaft, also klarer ethischer Grundsätze. Es ist das höchste moralische Gut, jeden Konflikt zu vermeiden. Selbstverständlich diskutiere ich diese unangenehmen Momente immer mit meinen Schülern, denn diese können uns immer begegnen, heute mehr als denn je. Wenn Du dann wirklich gezwungen bist, Dein Schwert zu ziehen, dann zieh es… . Ich persönlich sehe nach dieser langen Zeit alles unter dem großen Begriff des Do bzw. Tao, des Mensch-Seins, ein ständiger Lernprozess, immer. Ich habe auf meinem Weg sehr viele Menschen, Emotionen, Gefühle und Lebensgeschichten erfahren dürfen und darf es immer noch. Es kam dann der Zeitpunkt in meiner Entwicklung, wo der Aspekt der Kunst immer mehr im Vordergrund stand, nicht der Punkt der Selbstverteidigung. Wer also innerhalb der Kampfkünste denkt, er kann etwas, hat schon aufgehört zu lernen und seinen Entwicklungsprozess des Studierens aufgegeben. Wer als Kampfsportler in den Ring steigt und denkt, er hat gewonnen, hat er bereits verloren. Reines DO und TAO, immer! Ich versuche heute meinen Schülern wirklich alles zu geben, was ich weiß und manchmal verwirre ich Sie etwas, wenn ich alte Dinge aus vergangenen Zeiten „hervorkrame“. Mein Schüler Bernd bezeichnet das immer mysteriös als die „Geheimnisse des Meisters“, wie mich meine Schüler oft liebevoll nennen. Ich bin kein Meister, werde das nie sein, sondern immer ein ewig Lernender. Wenn ich zurückdenke, haben sich die Zeiten schon sehr verändert. Ich fuhr auf Lehrgänge, habe abends im Bett alles aufgeschrieben, was ich gelernt hatte, es war einfach anders. Das tue ich auch heute noch. Youtube, DVD, Blue Ray, Mail und PDF haben vieles neu gestaltet. Die Schüler haben es – in gewisser Weise – leichter. Ich war damals sehr froh, eine VHS-Videokassette zu bekommen, wenn überhaupt. Diese multimedialen Lehrmittel sind wichtig und stellen einen kleinen optischen Weggefährten des Gelernten dar, der hilft, Wichtiges in Erinnerung zu behalten. Aber immer wieder schließt sich der Kreis mit den Worten: Keiko, Keiko, Keiko = Training, Training, Training unter Schweiß und Anstrengung. Auch Momente des Verzichtes waren immer existent, ich habe viele private Dinge immer hinter meine Entwicklung der Kampfkünste gestellt, viel verloren, aber auch vieles gewonnen. Ich könnte jetzt immer weiter ausholen und erzählen, doch die Zeit reicht nicht aus, es würde ein Buch werden, dass noch lange nicht fertig ist. Und so Gott will, wird es nie fertig sein, mein Lebensbuch der Künste. Ich danke allen meinen treuen Schülern an dieser Stelle auf das Herzlichste. Ishin Den Shin! Christian Sensei / Dojo Cho 4. Dan Aikikai / Takemusu Aikido 2. Techniker / Lehrergrad Wing Tsun - EWTO |
| Last Updated on Wednesday, 14 April 2010 11:47 |
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