Christian Büttner Dojo Cho

 

Christian Büttner  – Sensei of Aiki-Do ( 5 Dan )  / Sifu of WingTsun ( 4 HG EWTO )

In herzlicher Verbundenheit für alle Kampfkunstübenden

Bevor ich beginne ist es mir an dieser Stelle ein Herzensausspruch mich bei allen meinen Deshi`s, Kohei`s, Senpai`s und Sensei`s zu bedanken. Sie füllen unser kleines wunderschönes Dojo in der nördlichen Ecke Bayerns nahe der tschechischen Grenze mit Leben und erhalten es auf wundervolle Weise.

Als ich vor langer Zeit die Idee zu einem kleinen offenen Dojo hatte wusste ich nicht das es sich so entwickeln würde. Alles lebt nur durch Euch, den Schülern und den Lehrenden und dafür danke ich Euch von ganzen Herzen. Oftmals denke ich schmunzelnd bildhaft an das kleine gallische Dorf von Alberto Uderzo und René Goscinny.

Nun, was soll ich denn über mich schreiben? Ich versuche mich wirklich kurz zu halten. Seit 1978 übe ich ohne Unterbrechung asiatische Kampfsportarten / künste.

Begonnen hat alles mit einer kleinen Prügelei beim Würstchenschnappen während einer Geburtstagsfeier. Und wie es das Schicksal wollte musste ich, getrieben von meiner Mutter, am nächsten Tag in einen Selbstverteidigungskurs.

Somit begann mein Weg mit einem Kinderkurs einer deutschen Lehrinterpretation des Aikido (DAB= Deutscher Aikidobund). Danach folgten 1981 das europäische Judo sowie Ju-Jutsu im Deutschen Judobund (DJB). Ich trainierte aber immer fleißig mit und es ist eindeutig meinem Vater zu verdanken das ich „auf der Tatami ( Matte ) “ blieb, denn ohne wenn und aber wurde ich in das Freitagstraining gefahren, ob ich wollte oder nicht.

Das Training im Judo war von blauen Schienbeinen, dem klassischen Schwitzkasten inkl. Würgen beim Boden-Randori sowie einem generellen Mattenbrand geprägt. Eigentlich gefiel mir das zu dieser Zeit immer stärker kommende Ju-Jutsu besser, da es eher meinem damaligen Empfinden einer Selbstverteidigung entsprach.

Ein guter Wettkämpfer / Judoka war ich wirklich nicht, drückte mich eigentlich immer vor Mannschaftwettkämpfen, obwohl ich 1983 den dritten Platz bei den Oberfränkischen Meisterschaften erreichen konnte. Ich denke das war ein wirklicher Glücksfall.

Generell aber interessierte ich mich immer sehr für die inneren Künste des asiatischen Kulturkreises, doch in unserer Gegend waren ausschließlich japanische Kampfsportarten anzutreffen. Nachdem ich eine Budovorführung über das trad. Aikido (das Takemusu Aiki) besuchte, begann ich im Jahr 1987 wieder den Weg des Aiki zu praktizieren und kehrte dem Judo / JuJutsu den Rücken zu.

Alles von da an Erlebte zu erzählen bzw. zu schreiben würde einen Roman bedeuten. Es folgten viele einschneidende Erlebnisse auf meinem Kampfkunstweg, wundervolle und auch tief prägende Erfahrungen.

Unzählige Seminare sowie ein Japanaufenthalt (1995) in der Mutterschule des Aiki ( Iwama / Japan ) werden mir ewig in Erinnerung bleiben. Aber nicht nur schöne Momente beeinflussten meinen Weg, denn die immer stärker werdende Politik in der Welt des Aiki stimmte mich oft sehr nachdenklich.

Durch schon immer intensives generelles Studium der Kampfkunstliteratur stieß ich 1996 auf die faszinierende innere Kunst des chinesischen WingTsun Kuen; und wie es das Schicksal wollte, entdeckte ich ein paar Tage darauf in der Unicafeteria einen Werbeflyer und so begann ich 1996 in einer Regensburger WingTsun – Schule mit dieser Kunst. Im Jahr 1997 trat ich dann in die EWTO ( Europäische WingTsun Organisation ) ein. Diese faszinierende innere Kunst ließ mich fortan nicht mehr los, der Weg der inneren Künste öffnete sich mir auf eine neue, wundervolle Art und Weise.

Doch der Weg der Kampfkünste forderte und verlangte… .Private Lebenswege, mögliche Veränderungen etc. habe ich immer an den Seitenrand des Kampfkunstweges gestellt, auf vieles verzichtet, doch ich bekam auch sovieles zurück. Einige besondere Ehrungen während meiner Laufbahn machten mich sprachlos und bleiben mir nachhaltig prägend in meinem Herzen.

Oft werde ich nach einiger Zeit von Schülern, die den Weg der Kampfkunst gewählt haben gefragt auf was man denn generell achten sollte. Der Respekt, die Loyalität, Ehrlichkeit und Freundschaft, das Zurückstellen des eigenen Ichs und hartes Arbeiten ( jap. Wanginku = Arbeit, chin.Gong Fu / Kung Fu = harte Arbeit ) , waren und sind für mich persönlich die fundierten Charakterzüge eines Kampfkünstlers.

Folgende persönlichen Erfahrungswerte füge ich dann immer noch hinzu:

  • Habe ganz einfach Freude an dem was Du tust. Sei freundlich, bleibe bescheiden und werde nicht überheblich. Auch wenn Dein Lehrer streng mit Dir ist, nimm´Gezeigtes an, sei loyal, zufrieden und übe Zurückhaltung.
  • Halte Dich soweit es Dir möglich ist körperlich und geistig fit, achte auf Deinen Körper, denn Du hast nur einen. Gönne Dir auch einmal Ruhe.
  • Es ist nicht unbedingt notwendig, dass Du siebenmal die Woche ins Training / Keiko gehst, aber es wichtig, auf dem Weg zu bleiben, halte Konstanz. Es zählt einzig und allein, dass Du immer lernen und auch üben willst.
  • Gehe immer zum Anfang zurück und beginne von vorn. Denke daran, nicht die Graduierung ist entscheidend, der ausübende Mensch ist es.
  • Denke über das nach was Du übst, analysiere es intensiv. Beim Spazieren gehen, beim Alleinesitzen im Café, auf der Parkbank etc.
  • Wenn Du in den Kampfkünsten zu denken beginnst bzw. nur den inneren Ansatz empfindest oder verspürst, dass Du etwas kannst, dann hast Du eindeutig aufgehört zu lernen.
  • Solltest Du wirklich einmal in Deinem Leben gezwungen sein Dein Schwert zu ziehen, dann ziehe es mit großen Herzen, tiefen Mut, unbändigen Willen und brennender Leidenschaft!

Nach diesen langen Jahren der Kampfkunst sehe ich heute alles unter dem großen inneren Weg des Do (jap.), des Dao / Tao (chin.). Heute trainiere ich definitiv anders als ich es früher tat, denn mein Körper hat eindeutig Wegzoll gezahlt. ( Anmerkung: Wir trainierten unser Kihon – Grundtechniken –  am Limit und gingen an unsere Grenzen, pausenlose harte Fallschule, Suwari Waza – Bodentechniken- und vieles mehr ). Man nehme sich meine Anmerkung zu Herzen.. .

Doch was ist ein Schüler ohne einen Lehrer, der Mensch, der Dich begleitet, prägt, baut, formt etc. ? Es ist mir deshalb an dieser Stelle ein klares Bedürfnis sowie ein tiefer nicht mit Worten zu beschreibender Dank und innige Verpflichtung, meine Lehrer aus Vergangenheit und Gegenwart zu erwähnen.

Auf dem Weg des AIKI:

  • Meinen ersten Takemusu Aikido Lehrer, Herr Edmund Kern Sensei, (8.Dan / Aikido / IMAF) und Mme Patricia Guerri Sensei (8. Dan / Takemusu Aiki Bukkikai / France).
  • Morihiro Saito Sensei (9. Dan Aikido / Aikikai): 1946 begann er unter seinem Lehrer , O-Sensei Morihei Ueshiba, dem Begründer des Aikido, bis zu dessen Tod im Jahre 1969 zu trainieren. Es war mir eine große Ehre an der Geburtsstätte des Aiki in Iwama / Japan von ihm zu lernen und an Seminaren in Europa teilnehmen zu dürfen. Saito Sensei verstarb im Jahr 2002. Domo arigato goshaimashita, Sensei!
  • Meinen Sensei, Mentor und lieben Freund, Dr. Paolo N. Corallini Shihan, (7. Dan / Aikido / Aikikai- Takemusu Aikido) der mich seit über 24 Jahren im Sinne des Aiki lehrt und immer unterstützt. Ishin Denhsin, Sensei! Domo arigto goshaimashita!
  • Rückblickend darf ich bescheiden behaupten, dass ich nun fast 30 Jahre die einzigartige Ehre hatte unter allen namentlich bekannten Größen des Takemusu Aiki zu trainieren, mich fortzubilden….und immer noch darf.

Auf dem Weg des WingTsun (EWTO)

  • Meinem absolut einzigartigen wundervollen SiFu, GM Prof. Dr. K. R. Kernspecht (10. Grad MOC), der mich als Privatschüler akzeptierte, in der Kunst des WingTsun unterweist, lehrt, formt und in den letzten Jahren persönlich nur fördert.
  • Dieser innige Dank geht auch von Herzen an GM Thomas Schrön ( 9.Grad Moa ), GM Dr. Oliver König (9. Grad MOA), GM Guiseppe Schembri (9. Grad MOA) und DaiSifu Andreas Gross (8. MG) sowie meinem Sihing Sifu Michael Stopp, bei dem ich mit meiner WingTsun Ausbildung begonnen habe.
  • Nicht zu vergessen alle anderen Meister, Lehrer und Schüler der EWTO, die ich persönlich kenne und sehr schätze. Es ist immer eine große Freude, wenn wir uns treffen und ich die Möglichkeit habe von Euch zu lernen.

Bis heute übe ich mit großer Freude, voller Energie und intensiver Leidenschaft soweit es meine freie Zeit zulässt. Ich durfte alle Facetten des Menschen sowie des Menschseins innerhalb der Künste erfahren und erleben.

Und glücklicherweise darf ich das bis heute immer noch… .

 

 

KURZE VITA   AIKI-DO

1978 – 1981:

  • Aikido DAB ( 5 Kyu )

1982 – 1987:

  • Judo / Ju-Jutsu ( 1 Kyu ) im DJB

1987:

  • Beginn des trad.AIKI – DO ( Takemusu Aiki ), unzählige Seminare und Fortbildungen

1995:

  • Zwei Monate Japan mit Training im Begründer Dojo / Iwama

2005:

  • Eröffnung des eigenen Dojo´s in Nordostbayern, D – 95615 Marktredwitz

2015:

  • Ernennung zum GODAN ( 5ter Dan ) des Weltverbandes AIKIKAI durch meinen Sensei Dr.Paolo N.Corallini Shihan

2017:

  • Jubiläum 30 Jahre AIKI – DO

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KURZE VITA  WING TSUN ( EWTO )

1996:

  • Beginn des WingTsun Studiums in einer Regensburger WT Schule

1997:

  • Eintritt in die EWTO ( Europäische WingTsun Organisiation ) / Schulen Oberfranken – direkter Schüler ( Todai ) von Prof.Dr.sc.K.R.Kernspecht, dem Gründer und Leiter der EWTO.

1997 – 2015 Absolvierung der klassischen Lehrerausbildung innerhalb der EWTO:

  • Übungsleiter
  • Trainer 1 – 4 Zertifikate
  • Techniker / Lehrergrad / HG 1 – 3
  • unzählige Seminarbesuche / Fortbildungen innerhalb der EWTO unter GM Thomas Schrön, GM Oliver König und GM Giuseppe Schembri sowie konstanten Privatunterricht bei meinem SiFu Prof.Dr.sc.K.R.Kernspecht

2016:

  • Bestehen des vierten Lehrergrades unter seinem SiFU, Prof.Dr.sc.K.R.Kernspecht.

2017:

  • Jubiläum 20 Jahre EWTO / Ernennung zum Sifu of WingTsun am Int.Lehrgang in Hockenheim durch meinen SiFu Prof.Dr.sc.K.R.Kernspecht.