Bernd Lindner Sensei

Bernd Lindner Sensei

Wie ich dazu kam

Bereits im Studium interessierte ich mich für japanische Kampfkunst und Aikido. Natürlich hatte ich zunächst keine Ahnung, dass es so viele unterschiedliche Stilrichtungen gibt. Nachdem ich mich informiert und auch in zwei Dojos hinein geschnuppert hatte, fühlte ich mich zum Takemusu Aikido hingezogen. Bei anderen Stilrichtungen hatte ich oftmals das Gefühl, „mitmachen“ zu müssen, damit Techniken funktionieren. Hier aber spürte ich eine stärkere Betonung des kämpferischen Aspekts und eine strukturierte Lehrmethodik. Leider fehlten mir im Studium noch die finanziellen Mittel, um mir den Monatsbeitrag leisten zu können. Als ich das Studium abgeschlossen hatte, kam ich als Berechnungsingenieur zur Scherdel-Gruppe in Marktredwitz. Da meine berufliche Tätigkeit nahezu ausschließlich am Rechner stattfindet, wurde mir schnell bewusst, dass ein Ausgleich in Form von Sport nötig ist. Ich erinnerte mich an das Angebot von Christian Büttner (den ich schon seit meiner Kindheit kenne), jederzeit vorbeischauen zu können. So kam ich im Januar Februar 2004 zum ersten Mal ins Training.

Die Anfangszeit

Die ersten Trainingseinheiten waren wahrscheinlich die schwierigste Zeit gewesen. Man ist einfach nicht in der Lage, scheinbar einfache Bewegungsabläufe nachzuahmen. Nach den ersten paar Stunden wollte ich schon fast wieder aufhören, weil ich dachte, es sei zu komplex für mich. Viele Sachen müssen gleichzeitig beachtet werden: Positionen, Winkel, Hebel, Fußstellung, Körperhaltung, Atmung. Dies hatte mich völlig überfordert. Andererseits war ich fasziniert von den Bewegungsabläufen, welche dynamisch, kraftvoll aber auch ästhetisch sind. Letztlich hat Ehrgeiz und Interesse gesiegt – zum Glück. Ein einschneidendes Erlebnis war auch die erste Begegnung mit Dr. Paolo N. Corallini. Ich war ziemlich aufgeregt, jemanden zu treffen, den ich nur von Büchern oder Videos kannte und außerordentliches Wissen über Aikido besitzt.

Das Dojo

2005 entschloss sich die Gruppe unter Leitung von Christian Büttner, ein eigenes Dojo im japanischen Stil einzurichten. Hier wurde viel Arbeit und Liebe investiert. Aber auch Geld für die Einrichtung, Ausstattung sowie Lehrmaterial mussten aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Schon allein die Atmosphäre ist natürlich mit einer Sporthalle nicht zu vergleichen. Auch die Tatsache, dass man nicht an feste Öffnungszeiten gebunden ist, stellt einen großen Pluspunkt dar. Darüber hinaus wurde ein Aufenthaltsraum geschaffen, in dem man sich nach dem Training in geselliger Runde zusammensetzen kann.

Das Training

Ein wichtiger Schritt war die Übernahme des Anfängertrainings. Wenn man selbst unterrichtet, muss man sich mit der Materie intensiver auseinandersetzen und versuchen, die Lehrmethodik und Prinzipien zu verstehen. Dies fördert letztendlich auch die eigene Entwicklung. Nach knapp 5 Jahren mit vier Trainingseinheiten pro Woche sowie zahlreichen Lehrgängen legte ich dann die Prüfung zum Shodan (erster Schwarzgurt) ab. Das Prüfungskomitee bestand aus den Lehrern Paolo Corallini und Christian Büttner sowie hochrangigen europäischen Aikidokas. Diese Graduierung stellt (wie auch in allen anderen Kampfkünsten) keinesfalls einen Meistergrad dar! Viel eher ist er mit den Abschluss einer Gesellenprüfung zu vergleichen. Man hat gerade einmal hinein geschnuppert. Das Lernen endet eigentlich nie – es ist vielmehr ein ständiger Entwicklungsprozess.

Dank

Ich habe meine ganze Entwicklung meinen Lehrern, Christian Büttner und Dr. Paolo Corallini zu verdanken. Sie haben mich stets mit Geduld gefördert, unterstützt und motiviert. Deshalb möchte ich an dieser Stelle sagen: Domo arigato gozaimasu!